Ausstellung der Historischen Freiburger Bürgerwehr zur eigenen und über einen kleinen Teil der Stadtgeschichte


In der Zeit vom 22.10.2013 bis einschließlich 14.11.2013 fand in der Meckel - Halle der Sparkasse Freiburg eine beeindruckende Ausstellung über die lange Geschichte der Historischen Freiburger Bürgerwehr statt.

Im Mittelpunkt dieser Ausstellung stand jedoch  das noch heute im Stadtteil Stühlinger stehende Fünfwundenkreuz (so genannt nach den fünf Wundmalen Jesu). Es erinnert an jene Soldaten unterschiedlichster Nationalitäten, die im Zuge der Truppenbewegungen während der Befreiungskriege 1813-1815  in Freiburg erkrankten und hier verstorben sind.

Freiburg war damals Etappenstadt und Durchgangsstation für annähernd 215.000 Soldaten und Herberge für viele Berühmtheiten jener Zeit. Die Zahl der in Massengräbern auf dem Gewann Stühlinger Beigesetzten ist unbekannt, gegen 4.000 dürften es sein. Wenn Steine sprechen könnte, hätte das Freiburger Münster, in dessen Schatten viele Jener verstorben sind, eine Menge zu erzählen…


Bei der Ausstellungs-Eröffnung sprach der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, Erich Greil, von der geschichtsträchtigen und hochrangigen Ausstellung. Auch Kulturbürgermeister Ulrich von Kirchbach sprach lobende Worte über die Vielfalt dieser Veranstaltung; er erinnerte an die Wurzeln der Bürgerwehren und deren Funktion zum Schutze der Bevölkerung.
Bürgermajor Walter Goldschmidt, der 1. Vorsitzende der Freiburger Wehr, bedankte sich bei der Sparkasse und bei allen Mitwirkenden für die Ermöglichung dieser Ausstellung.
Der Kurator der Ausstellung, Herr Klaus Zipsin, der die Ausstellung mit zahlreichen Vitrinen, Schautafeln, Texten und uniformbekleideten Figuren zusammengestellt hatte, ließ in seiner Einführung zur Ausstellung  die Geschichte der Freiburger Bürgerwehr im Rahmen einiger Eckpunkte Revue passieren: Die Anfänge waren bereits im 12. Jahrhundert erkennbar gewesen; laut den Unterlagen des Freiburger Stadtarchives wurde die Bürgerwehr erstmals im Jahre 1666 erwähnt; 1848/49 erteilte der Großherzog ein Verbot aller Bürgerwehren in Baden; im Jahre 1926 erfolgte die Wiedergründung des Vereins, ruhte während der NS-Zeit, wurde danach wieder ins Leben gerufen. Die heutige Bürgerwehr -zusammengesetzt aus Infanterie, Artillerie, Kavallerie und Stab- tritt bei verschiedenen Anlässen in der Öffentlichkeit auf - bevorzugt bei Trachtentreffen, Heimattagen und Orts- bzw. Stadtjubiläen.
Nach dem Blick auf den Verein schlug Zipsin den Bogen zum Thema der Ausstellung „…und sie kehrten nie zurück“ Hintergründe zu dem Fünfwundenkreuz in der Freiburger Eschholzstrasse. Er stellte die politische Situation im Europe jener Tage vor,  das Kriegsgeschehen und die Folgen.  

Die große Zahl der Teilnehmer an der Eröffnungsveranstaltung war beeindruckend ebenso wie deren großes Interesse. Selbst manches langjährige Mitglied der Bürgerwehr war überrascht über die Fülle des Dargebotenen und konnte seine Kenntnis bezüglich der Vereinsgeschichte erheblich erweitern.
Der Spielmannszug der Bürgerwehr umrahmte die Veranstaltung an geschickt gesetzten Punkten mit einigen in gewohnter Klasse intonierten Märschen.
Zum Schluss und Rundgang durch die Ausstellung lud die Hausherrin, die Sparkasse Freiburg, zu Imbiss und Umtrunk.

 

 



Freiburg, im November 2013
Thomas Berger