TEILNAHME DER HISTORISCHEN FREIBURGER BÜRGERWEHR
AM TIROLER LANDESFESTUMZUG 2009
19.+ 20.09.2009


Es ist Samstag der 19.09.2009 um 06:00 Uhr und der Wecker klingelt. Für einen Samstagmorgen eigentlich viel zu früh. Aber heute ist ein besonderer Tag. Wir fahren zum Landesfestumzug nach Innsbruck.

Bereits 7:45 Uhr stehen wir auf dem Parkplatz vor dem Eisstadion in Freiburg und besteigen unseren Bus, um dann pünktlich um 08:00 Uhr die Fahrt nach Innsbruck zu beginnen.

Über den Schwarzwald zum Bodensee und über die Inntalautobahn fahren wir nach Innsbruck. Erwartungsgemäß stockt der Verkehr rund um den Bodensee und die geplante Ankunftszeit von 14:00Uhr rückt immer weiter nach hinten.

Ich nutze die Zeit und lese das Programm zum Landesfestumzug:
"Am Sonntag, den 20. September marschieren rund 25.000 Teilnehmer aus Nord-, Ost- und Südtirol zum feierlichen Landesfestumzug auf, darüber hinaus werden Abordnungen aus Salzburg, Kärnten, Vorarlberg, Bayern, Sachsen, Frankreich, Freiburg und Liechtenstein in Innsbruck erwartet, sodass nicht nur die Verbündeten von damals, sondern auch einst gegnerische Nationen einträchtig nebeneinander durch die Innenstadt ziehen. Die Schützenkompanien, Musikkapellen, Trachtenvereine, Kaiserjäger, Kaiserschützen und viele andere Traditionsvereine begeben sich dabei ab 11:00 Uhr auf ihren Weg von der Maria-Theresien-Straße durch die Altstadt über den Rennweg bis in die Universitätsstraße. Zu dem drei Stunden dauernden Umzug werden zwischen 50.000 und 75.000 Besucher erwartet."

Gegen 16:00 Uhr treffen wir in Innsbruck ein. Nach dem Bezug der Zimmer im Hotel "Karwendel" treffen wir uns auch schon um 17:30 Uhr, um gemeinsam mit dem öffentlichen Bus in die Innenstadt zu fahren. Hier präsentieren wir uns in kompletter Uniform den Bürgern von Innsbruck und positionieren uns vor dem "Goldenen Dachl" um ein Gruppenfoto aufzunehmen. Nach Einbruch der Dunkelheit ist der restliche Abend zur freien Verfügung.

Sonntagmorgen 7:00 Uhr, der Wecker klingelt. Der erste Hunger treibt mich an, das viel zu frühe Frühstück bereits um 7:30 Uhr zu mir zunehmen. Selbst der Kaffee zeigt um diese Uhrzeit noch keine erheiternde Wirkung.

In gewohnter Weise fahren wir um 9:30 Uhr in kompletter Uniform mit dem öffentlichen Bus in die Innenstadt. Nach einer kleinen Stadtbesichtigung gehen wir in Richtung Aufstellungsplatz, den wir gegen 10:30 Uhr erreichen. Um 12:30 Uhr soll für uns der Umzug beginnen. Unsere Zugnummer ist 163 von 168.

Während der Wartezeit kommt man mit den anderen teilnehmenden Gruppen schnell ins Gespräch. Die Stimmung ist, bestimmt auch aufgrund des schönen Wetters, sehr euphorisch. Einige der Gruppen betrachten unsere Uniformen und fragen uns, ob wir die Franzosen sind oder sprechen uns gar in französisch an. Selbstverständlich erläutern wir ohne zu zögern unsere Herkunft und das Aussehen unserer Uniform.

Bis wir endlich zum Umzug starten dürfen ist es bereits 15:00 Uhr. Wir sind müde von der langen Wartezeit und kaum noch in der Lage zu stehen. Doch als wir vom Aufstellungsplatz in den Festumzugsstraße einbiegen, ist jegliche davor durchlebte Qual vergessen. Das Publikum ist so begeisterungsfähig, dass man das Gefühl haben könnte, die Zuschauer haben nur auf uns gewartet und wir sind der absolute Höhepunkt des Umzugs. Und das nach bereits mehr als 4 Stunden Umzugsdauer. So etwas habe ich in meiner 20-jährigen Dienstzeit noch nicht erlebt.

Gegen 17:00 Uhr haben wir das Ende des Umzugs in der Universitätsstraße erreicht und wir begeben uns in die Stadthalle, um dort unser "Mittagessen" einzunehmen.
Um 19:00 Uhr treten wir die Heimreise und kommen um 01:30 Uhr in Freiburg am Eisstadion wieder an. Um 02:00 Uhr falle ich erschöpft aber voller neuer Eindrücke ins Bett.

Montagmorgen 06:00 Uhr, der Wecker klingelt …

 

 

Gruppenfoto vor dem "Goldenen Dachl"

 



Bericht erstellt von Klaus Goldschmidt, September 2009