Die Historische Freiburger Bürgerwehr e.V. zu Gast beim
725 -jährigen Jubiläum Privilegiertes Uniformiertes Grazer Bürgerkorps
17.- 19.06.2005


Die Historische Freiburger Bürgerwehr e.V. unter ihrem Kommandanten und 1. Vorsitzenden Walter Goldschmidt war zum Jubiläum des Grazer Bürgerkorps vom 18.-19. Juni 2005 nach Graz eingeladen. An der Fahrt in die Landeshauptstadt der Steiermark nahmen insgesamt 32 Personen, darunter Teile der drei Bürgerwehr-Abteilungen (Infanterie, Artillerie und Kavallerie, die beiden letzteren ohne die Kanonen der Einheit und natürlich ohne Pferde) teil.
Rund zehn Stunden Fahrt lagen zwischen Freiburg im Breisgau und Graz, als man mit einem der modernsten Reisebusse des Firma Rist-Reisenam Freitagabend dort eintraf. Trotz der langen Fahrt hatte man noch Gelegenheit die wunderschöne Grazer Innenstadt zu besichtigen.
Schon am Samstagmorgen hieß es für die Historische Bürgerwehr aus Freiburg zum Meldeantritt beim Grazer Festkomitee zu erscheinen. In der traditionellen Uniform der Bürgerwehr rückte man vom Hotel aus und begab sich zum Karmeliterplatz, auf welchem auch das Festzelt stand und die letzten Einzelheiten für die Veranstaltung an beiden Tagen abgeklärt wurden. Im Anschluss daran stand der Besuch des Landeszeughauses in der Herrengasse auf dem Programm. Diese einst wichtigste Waffenkammer Innerösterreichs verfügt heute über die größte historische Waffensammlung der Welt mit über 30.000 Exponaten. So war dann auch die sachkundige Führung durch das Haus für die Teilnehmer ein interessanter Anschauungsunterricht, was seit dem Mittelalter alles an Waffen und Geräten hergestellt wurde und zum Einsatz kam. Anschließend ging es zu Fuß oder alternativ mit dem Schlossbergaufzug in luftige Höhen hinauf. Der Besuch des Schlossberges mit seiner Festung, einem Uhrturm, Basteien mit alten Kanonen und Kasematten ist für jeden Grazbesucher Pflicht. Von hier oben hat man einen wunderschönen Rundblick über die ganze Stadt, auf die Mur sowie die nahe gelegenen Höhenzüge.
Eine vom Grazer Bürgerkorps organisierte Führung gab Aufschluss über die Geschichte der Festung, die zu napoleonischen Zeiten anlässlich der Besetzung der Stadt durch die Franzosen, durch den persönlichen Einsatz des Grazer Bürgerkorps vor der Zerstörung bewahrt werden konnte. Am Spätnachmittag hieß es für die uniformierten Mitglieder der Freiburger Bürgerwehr, wie auch für die bis dahin angereisten anderen Bürgerwehren, Schützenkorps und Garden, vor dem Festzelt sich einzufinden und an einem Marsch durch die obere Grazer Innenstadt teilzunehmen. Obwohl noch nicht alle für den Sonntag angekündigten teilnehmenden Gruppen in Graz eingetroffen waren, wurde dieser Vorbeimarsch schon zu einem beeindruckenden Erlebnis. Das Wetter war hierfür bestens und so kamen die Uniformen des einzelnen Garden besonders schön zur Geltung. Daran schloss sich dann ein gemütliches Beisammensein im Festzelt an.
Die Kommandanten der Bürgerwehren und Garden waren zu einem Besuch ins Rathaus geladen. Dort wurden sie vom Stab des Grazer Bürgerkorps sowie dem Vorsitzenden des Stadtparlamentes empfangen. Nach einer persönlichen Begrüßung und Vorstellung der Kommandanten wurde die Geschichte der Stadt Graz und jener der Bürgerwehr kurz erläutert. So habe Graz als Landeshauptstadt der Steiermark heute etwas über 230 000 Einwohner und zur Zeit rund 65.000 Studenten. Gerade die Südostgrenze Österreichs war viele Jahrhunderte auch eine militärische Bastion und so wurde das schon im Jahre 1280 durch König Rudolf I von Habsburg gegründete Bürgerkorps immer wieder auch mit den Aufgaben einer Stadtgarde betraut, die auch für Sicherheit und Ordnung zu sorgen hatte. Ein Imbiss beendete dann den Rathausbesuch.Den Mitgliedern der Garden stand der Samstagabend zur freien Verfügung. Für die Freiburger beendete man den Abend im Gartenrestaurant des Hotels.
Der Sonntagmorgen stand einmal im Zeichen des Festumzuges sowie dem Einpacken der Gepäckstücke, da man am frühen Nachmittag die Rückfahrt antreten wollte. Pünktlich um 8:00 Uhr begab man sich auf den Weg zum Festzelt, wo sich die einzelnen Einheiten rund um die Nebenstraßen des Karmeliterplatzes in Marschblöcken aufstellten. Inzwischen waren dies immerhin 43 teilnehmende Gruppen. Ein buntes Bild von Fahnen, Standarten und natürlich die verschiedenen Uniformen gaben dem Ganzen ein besonderes Gepräge. Es war ein österreichisches Treffen, zu dem auch viele deutsche Abordnungen gekommen waren. Mit klingendem Spiel ging es dann durch die Innenstadt zum Hauptplatz vor dem Rathaus.
Mit einem großen Festakt, an welchem Frau Landeshauptmann Waltraud Klasnic, der Protector des Grazer Bürgerkorps,Stadtrat a.D. Hans Pammer, weitere Stadträte sowie Abordnungen aus der Steiermark, vom Bundesheer und befreundeten Städten teilnahmen. Anschliesend wurde eine Feldmesse abgehalten. Nach der Totenehrung wurde die Grazer Bürgerwehr geehrt sowie die versammelten Garden und Kompanien begrüßt. Die Kommandanten der Vereinigungen wurden namentlich vorgestellt. Nach der Beendigung des Festaktes gab es ein weiteres Defileé, vorbei an den Ehrengästen mit einem Marsch durch die Innenstadt und zum Festzelt zurück.
Bei den zweitägigen Feierlichkeiten gab es auch viele Möglichkeiten, alte Freundschaften zwischen den Vereinen aufleben zu lassen und neue zu schließen. Die Freiburger nahmen um 14:00 Uhr Abschied von ihren Gastgebern und der Stadt Graz und begaben sich auf die Rückreise bei einem herrlich blauen Himmel durch die Steiermark, Salzburger Land und über München, Ulm, Stuttgart, Karlsruhe wieder nach Freiburg, wo sie kurz nach Mitternacht eintrafen.

 

 

Gruppenfoto in Graz

 



Erstellt im Juni 2005 für die Historische Freiburger Bürgerwehr e.V. - Klaus Nussbaum